Inside Campus Wieselburg

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00:00:03: der Podcast von Studierenden für Studierende.

00:00:07: Hallo, willkommen bei Inside Campus Wieselburg!

00:00:12: Ich bin Marc geschrieben mit K nicht mit C und gemeinsam mit meiner absoluten Lieblingsstudienkollegin und meiner most favorite Intellectual Inspiring Partnerin Clarissa.

00:00:22: Hi, Clarissa!

00:00:23: Geschrieben mit c und ich mich kramm.

00:00:27: Dürfen wir heute einen ganz speziellen Gast bei uns begrüßen?

00:00:31: Heute bei uns ist Florian Goller.

00:00:33: Er ist unter anderem Lektor für Konsumentenpsychologie und das Spezialmodul Classical & Digital Game Marketing.

00:00:43: Bevor wir jetzt da mal loslegen und gleich mit Herrn Goller unsere Themen besprechen, warum geht es heute eigentlich?

00:00:50: Wir widmen uns heute einer ganz, ganz spannenden Frage!

00:00:55: Wir schauen uns heute an Warum glauben wir eigentlich dass Kinder durch Spielen lernen, aber nicht Erwachsene durch Gaming.

00:01:05: Das ist ein sehr spannendes Thema was sehr viele Emotionen auslöst und wo es glaube ich wichtig ist das man an Spagat findet zwischen Glorifizieren und einer kritischen Auseinandersetzung.

00:01:18: und da ist es natürlich gut wenn wir uns damit am absoluten Profi auf dem Gebiet unterhalten können Und da ein bisschen schauen, was dahinter steckt hinter diesen Meinungen.

00:01:30: Gut!

00:01:31: Der Profi hatte heute leider keine Zeit deswegen wenn ich hier habe.

00:01:34: Ich freue mich trotzdem auf unser Gespräch und vielen Dank für die Erladung.

00:01:38: Vielen dank dass du heute Freude hast für uns.

00:01:40: Ja dann würde ich sagen lieber Florian, lieber Clarissa gehen wir einmal gleich in medias Reis und befassen uns mit dem Thema Gaming Videospiele und Lernen.

00:01:52: Warum glauben wir eigentlich, dass Kinder durch Spielen so viel lernen können?

00:01:56: Aber Erwachsene nicht.

00:01:57: Also wann ist da dieser Zeitpunkt wo diese Ansicht kippt?

00:02:02: Das ist eine Annahme mit der wird man häufiger konfrontiert gerade wenn man das Erwachsenen auch noch dem Hobby des Gaming nachgeht.

00:02:09: Das ist aber eine Annnahme.

00:02:11: die ist weniger empirisch geprägt also durch Forschungsdaten gestützt sondern mehr kulturell geprägte.

00:02:17: bei Kindern wird spielen so als natürliches Lernen wahrgenommen Weil das Berlin sehr stark intrinsisch motiviert ist, also sie spielen aus ihrem eigenen Antrieb heraus.

00:02:26: Weißt du so exploratives Verhalten steuern die entdeckende durch die Welt und auch nicht primär leistungsgewertet wird?

00:02:33: Nun sind wir wie wir hier sitzen aber halt eher Erwachsene.

00:02:36: uns da wird Gaming oder Spielen eher interpretiert als zweckfrei und der Wachsene sollten doch schließlich produktive Tätigkeiten aus üben sich weiter bilden irgendwas tun wo Sie am Ende wieder Geld daraus gewinnen können Oder es wird als reiner Eskapismus gedeutet, also ich begebe mich in eine andere Welt.

00:02:52: Ich möchte meine Probleme vermeiden und mich emotional

00:02:55: flüchten.".

00:02:56: Das ist aber wie gesagt eher so eine kulturelle Prägung.

00:02:58: das Ganze.

00:03:00: von wissenschaftlicher Sicht kann man durchaus sagen auch Erwachsene können in gewissen Maße aus Gaming noch Dinge lernen.

00:03:08: Aber ist es in einem Abgang Wissen gerade nicht einfach nur... Frust, wenn man da etwas macht was jetzt nicht wirklich im realen Leben ans Weck hat und wo man gleichzeitig eben auch stirbt sich in eine fiktive Gefahr begibt.

00:03:24: Und womöglich mal hängen bleibt auf dem Level wie passt das zusammen mit diesem Leistungsgedanken der Gesellschaft?

00:03:31: Da muss ich schon in einem Punkt widersprechen, weil Spiele eher nicht nur über Frust und Scheitern funktionieren.

00:03:37: Wenn wir mal den Bereich der sogenannten Cozy Games mit in den Rahmen ziehen, dann sind das ja Spiele wo Frust- und Leistung relativ stark hinten anstehen, sondern da sind wirklich so diese ganz klar umrissenen Spiele die sich auch mit sehr gemütlichen Themen befassen, wo es wenig Gelegenheit gibt Fehler zu machen und sonstiges.

00:03:58: und das ist ja doch auch sein Riesenmarkt

00:04:01: Florian,

00:04:01: was ich da spannend finde und das kommt höchst so schlecht davon dass ich heute in der Früh noch gezockt habe bevor ich die Uni gekommen bin Richtung Ego-Shooter gehend.

00:04:11: also sehr viel Stress sehr viel Scheitern natürlich.

00:04:15: Meine Frage an dich würde scheitern zum Beispiel bei Ego Shooter oder Taktik spielen nicht auch eine gewisse Art von Resilenz an trainieren?

00:04:26: Heingeschränkt ja!

00:04:27: Also man kann mit Gaming in ganz kleinen Maße sowas wie Resilienz trainieren.

00:04:33: Woher wenn es dazu sagen muss, wenn wir Resilience als den psychologischen Begriff verwenden?

00:04:38: Dann ist das ja die Fähigkeit trotz Belastungen Krisen und Stress psychisch stabil zu bleiben und sich relativ schnell zu erholen.

00:04:45: Es ist kein Persönlichkeitsmerkmal sondern es ist auch ein Anpassungsprozess an die eigene Umwelt.

00:04:51: Wissenschaftlich gesehen wird das so in drei Dimensionen unterteilt.

00:04:54: Wir haben mal die Widerstandsfähigkeit, also ich kann Belastungen aushalten ohne stark destabil zu werden Ich kann mich wieder erholen und nach Stress auf ein Ausgangsniveau zurückkehren Und ich kann mich anpassen.

00:05:06: Also ich kann aus den Krisen lernen und mich dadurch weiterentwickeln.

00:05:10: Gerade bei dem Punkt Erholung hat Gaming natürlich einen relativ wichtigen Faktor Generell Resilienz durch Spiele lernen.

00:05:18: Und kann man dann insofern, weil Gaming natürlich eine Frustrationstoleranz auch trainiert.

00:05:23: Ich scheitere immer wieder und muss damit umgehen lernen.

00:05:26: Muss es wiederprobieren?

00:05:27: Es fördert die Persistenz, also das dranbleiben trotz Misserfolgs- und mitunter auch die Fehleranalyse.

00:05:35: Also ich kann ja ausspielen ganz gut lernen.

00:05:37: was habe ich falsch gemacht?

00:05:38: wie müsste ich jetzt anders reagieren?

00:05:41: Das ist eigentlich ein superspannendes Thema Weil eben dieses Lernen Wachsen ist natürlich auch etwas, was sehr stark im Schulsystem angeschleppt wird.

00:05:51: Aber wenn ich mir so meine jüngeren Geschwister anschaue dann lassen sie sich für das Gaming viel mehr begeistern als jetzt für Schulnoten.

00:05:59: und da frage ich mich schon die Schulnote hat natürlich einen echten Einfluss aufs Leben und das Gaming ist halt eben in diesem abgeschlossenen System.

00:06:08: Was ist es da eigentlich, was das Gaming so viel interessanter erscheinen lässt?

00:06:13: Ist es einfach nur der Dopamin-Kick oder ist etwas anderes auch dahinter?

00:06:19: Wird man noch auf diesem Thema Transfer kurz bleiben.

00:06:23: Weil ja ich kann durch Spiele Resilienz trainieren.

00:06:26: Das bedeutet aber nicht dass das doch auch noch eins zu eins aus echter Leben anwendbar ist weil Spiele ja ganz grundsätzlich anders funktionieren als das echte Leben.

00:06:35: ein Spiel zum Beispiel ist für mich immer klar vorhersehbar Selbst wenn ich in einer Spielsituation scheitere, kann ich die A sofort noch mal probieren.

00:06:42: Das ist im echten Leben jetzt nicht ohne Weiteres möglich und die Regeln sind dann auch noch die gleichen.

00:06:47: aber das echte Leben ist halt sehr chaotisch.

00:06:49: da muss mich auf andere neue Faktoren einstellen.

00:06:54: Mit dem Punkt was Spiele der erfolgreich macht und was das Lernen zum Beispiel in der Schule dann erfosterierend macht ist dass Games auf andere Mechanismen spezialisiert sind.

00:07:04: Games zum Beispiel haben relativ starke, klare Ziele.

00:07:08: Ich weiß eigentlich zu jedem Zeitpunkt genau was mir erwartet wird und was ich machen muss oder zumindest wie ich da hinkomme.

00:07:14: Das ist jetzt beim Thema Lernen wo die Erwartungen oft diffus sind.

00:07:18: Ich weiss ich habe am Ende eine Prüfung aber wie ihr jetzt genau ausschaut in welcher Tiefe da gefragt wird.

00:07:23: das ist oftmals nicht so klar.

00:07:25: Und beim Gaming habe ich beim Scheitern auch ein sofortiges Feedback also mit dem Game Overscreen oder mit den wieder anfangen weil sich sofort ich hab dann Fehler gemacht.

00:07:33: Dieses Feedback kommt im schulischen Lernen oder auch im universitären Lernen ja oft erst später durch die Note nach ein paar Wochen.

00:07:41: Da möchte ich mich gleich einmal anschließen, weil du es gerade so passend beschrieben hast... Ich denke an meine sehr vielen Stunden zurück, die ich selber in Gaming investiert habe.

00:07:54: und eines der größten Sachen, die mich immer dazu verleiten weiter zu machen ist eben genau dieses Aktion-Reaktionsprinzip.

00:08:01: Ich mache etwas ich bekomme ein Feedback, ich denke drüber nach und mach weiter!

00:08:06: Ich glaube das ist zumindest in persönlicher Sicht eine Sache die mich von chemisch schon immer so fasziniert hat.

00:08:11: wenn man jetzt zum Beispiel vergleicht mit Prüfungen an der FH oder in der Schulzeit... Man macht eine Leistung aber wartet wochenlang vielleicht auf den Noten hat kein direktes Feedback.

00:08:22: Das ist vielleicht schon eine ziemlich lustige kleine Überleitung.

00:08:26: Wenn ich jetzt so spontan die Frage dir stellen würde Florian, was könnten wir als FH, als Hochschule lernen von dem Gaming-Bereich?

00:08:38: Eben diese sinnvollen Prinzipien des GAMINGS klarer einzusetzen also ein klares und sofortiges Feedback zu haben auch irgendwie einen sichtbaren Fortschritt zu haben in der eigenen Lernkurve die klar erreichbaren Ziele zu haben und die Fehler eben auch als Lernchancen nutzen können.

00:08:56: Gamification wird im Bildungsbereich ja auch daraus eingesetzt, aber dann halt meistens in einer sehr vereinfachten Variante, dass ich zum Beispiel Punkte erreiche, womit aber noch nicht gesagt ist habe ich die dahinter liegenden Sachen auch wirklich verstanden.

00:09:10: also bringt mich das wirklich in meinem eigenen Lernen weiter.

00:09:14: wenn ich mit Punkten arbeite hab ich außerdem einen externen Faktor, der mein Verhalten verstärkt.

00:09:19: Also es ist nicht mehr intrinsische Motivation ich spiele weil ich spielen möchte sondern ich spiel oder ich mache das weil ich von außen etwas bekomme.

00:09:26: und das sind mal zwei grundsätzlich andere Dinge.

00:09:30: Gamification wird da häufig eingesetzt auch so ein bisschen ebenso die angesprochene strukturellen Probleme eigentlich zu lösen.

00:09:37: Weil Lehre so aufzubauen dass man eben dieses kontinuierliche Feedback hat diese klaren Ziele sind dies der Fortschritt zu jedem Zeitpunkt sichtbar.

00:09:47: Das ist sehr, sehr schwer umsetzbar in der Schule wie an universitären Kontexten.

00:09:53: Und da hilft es halt nicht, dass ich aber nur ein Punktesystem mit Levelabs drüber klatsche und dann funktioniert diese Arbeit besser.

00:09:59: Dass das eine zu vereinfachte Sichtweise und Praxisbeispiele und Studien zeigen gleichermaßen, dass das auch nicht so besonders gut funktioniert.

00:10:08: Weil eine Fahreaufgabe bleibt eine fahre Aufgabe egal ob ich jetzt dafür irgendwie großartig Punkte bekomme Mit Gamification darum, diese intrinsische Motivation sich zu erarbeiten bzw.

00:10:20: die sichtbarer zu machen?

00:10:22: Dann hätte ich gleich einen spannenden Gedanken dazu.

00:10:25: Beziehungst du eine kleine Geschichte Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer.

00:10:30: Ich nehme euch mal kurz auf eine mentale Zeitreise zurück in das Klassenzimmer In der Schulzeit.

00:10:36: Alle Menschen, die mit mir in einer Klasse war wussten Dlamak hat viele Fähigkeiten.

00:10:41: Gute Noten sind es nicht Aber da gab es immer ein Fach, wo ich immer der Klassenbeste war.

00:10:47: Das war Englisch!

00:10:48: Nicht weil ich jetzt viel gelernt habe für Englische sondern einfach weil ich Videospiele konsumiert habe auf Englischen.

00:10:57: Englischer Lernenmuster um weiterzukommen und was noch am spannendsten ist – und das ist eine sehr super Überleitung sicherlich zum nächsten Thema Englisch hat es mir ermöglicht, kooperativ mit Menschen durch Teamwork, durch gemeinsamen Austausch Ziele in Videospielen zu erreichen.

00:11:15: Reden wir mal über diesen ganzen Aspekt, Teamwork und Kommunikation.

00:11:19: Sehr spannend!

00:11:20: Ich habe mir nicht gedacht, dass du jemals schlechter Noten geschrieben hast ganz ehrlich.

00:11:26: Die beiden haben sich auch geändert.

00:11:30: Ja ich muss das jetzt mal verarbeiten, also geht mir da bitte mehr Zeit...

00:11:35: Vielleicht meine direkte Frage an dich Florian.

00:11:38: Lähnt

00:11:39: man durch Gaming eigentlich Kommunikation Teamwork?

00:11:43: Das ist grundsätzlich möglich, wenn wir aber bei Spielen über Kommunikationsteamwork sprechen müsste man sich erst mal angucken was ist in der genaue Kontext?

00:11:54: also zum einen habe ich entweder eine feste Freundesgruppen ein festes Team mit dem ich das spiele Dann hat man da schon auch im Online-Gaming typische Dynamiken wie.

00:12:05: die Vertrauensbasis erhöht sich, die Rollenverteilung wird irgendwann stabil und auch die Kommunikation wird präziser.

00:12:13: Sie wird schneller sie wird noch Callouts wesentlich stärker und teilweise entwickelt sich ja auch in Onlinespielen eine eigene Art von Sprache.

00:12:23: also jeder der mal einem gerade professionellen Online-Spiel zugehört hat, der wird da wahrscheinlich relativ wenig verstehen.

00:12:29: Weil mit Abkürzungen gearbeitet wird die eben auf sehr sehr präzise Kommunikation auch hindeuten.

00:12:35: Spannenderweise ähnelt das in den Kommunikationsmustern eher sowas wie Notfallteams oder auch die Militär- oder Hochleistungsprojekten.

00:12:43: also eine sehr klare sehr spezifische sehr prätzise kommunikation unter hohen Stress Situationen.

00:12:50: Das ist das wenn sich die Gruppe kennt Also wenn es die aufeinander einstellen kann Und wenn die öfter miteinander zu tun hat.

00:12:57: Jetzt gibt es aber auch Multiplayer-Spiele, wo die Gruppen zufällig zugeteilt werden über ein Matchmaking einfach und da haben die Spieler ihnen untereinander keine Beziehungen sie machen keine gemeinsamen Normen und die Interaktion ist auch meistens eher kurzfristig.

00:13:13: und dadurch dass in solchen Kontexten eben eher geringe soziale Kosten sind also ich habe mit den Leuten nichts mehr zu tun Ich muss auch nicht großartig nett zu denen sein ist weniger Hemmung und dadurch auch eine entsprechende schnellere Eskalationsspirale spürbar, was dann eben in diesen Toxic Gamer Communities manchmal endet von denen ja auch mit Unterfee berichtet wird.

00:13:38: Ich glaube das ist ein sehr spannender Bezug zum Studium dann wieder weil wir arbeiten ja auch sehr viel in Projekten zusammen und da gibt es kurzfristige Projekte und längerfristige Zusammenarbeiten.

00:13:51: Ich denke schon, dass man auch bei uns sagen kann, dass sich vielleicht eine bestimmte Slang- oder bestimmte Umgangsform herausentwickelt.

00:14:03: Das wäre ja eigentlich was, was man auch gezielt fördern könnte in diesem Kontext.

00:14:08: Dass wir dann vielleicht schon die Punkte nicht genug Motivation sind für den schulischen Erfolg, das man halt dazwischen menschliche Komponente reinbringt und da quasi Ja, mit dem Teamerfolg und der dem zwischenmenschlichen Aspekt arbeitet.

00:14:25: Und so die Motivation erhöht oder?

00:14:28: Das ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, die man auch in solchen Rahmen wie Teambuilding verfolgen kann, dass man sich eben gemeinsam vom Alltasammensatz drum zu etwas spielt.

00:14:39: So klassischerweise in Teambuilding sind es ne mehr Rollenspiele mit perspektiven Übernahme aber das sind ja im Endeffekt auch eine Art von Spielen einfach.

00:14:48: Es ist eine andere Rolle ein Du kommunizierst aus dieser Rolle heraus und dadurch lernt sich das Team eben auch entsprechend besser kennen.

00:14:55: Und das entspricht ja dann mit unter modernen Arbeitsumgebungen.

00:14:59: Wenn man versucht, ein bisschen auf Videospiel zu übertragen, dann funktioniert es dort entsprechend auch.

00:15:05: Also wenn man so etwas spielen lässt wie einen Overcooked-Spiel

00:15:09: z.B.,

00:15:09: wo ich gemeinsam kooperativ eine Küche schmeißen muss... dann lernen die da auch sehr viel über Umgang und Stress, Frustrationstoleranz, Kommunikation unter Stress.

00:15:18: Also die ganzen Punkte, die sonst schwer sind herauszukitzeln in einen normalen Rollenspiel, die zeigen sich auch da nur da immer mit der Einschränkung dass das die Menschen in dem Team entsprechend umsetzen können bzw damit auch arbeiten können müssen sie mal wissen wie man spielt.

00:15:37: Und wenn ich das mache mit Menschen, die in ihrem Leben noch nie eine Controller in der Hand haben sind sie im ersten Moment einfach mal überfordert nicht aus der Situation heraus und soweise mit dem Eingabegerät nicht klar kommen.

00:15:48: Also da ist eine große Einschränkung.

00:15:49: Das lässt sich gut machen bei bereits Spiele Erfiehnen oder Spiele erfahrenen Teams.

00:15:54: Bei Teams, die da komplett neu rangehen, ist dann meistens so eine Art von Offline-Variante oder ein normales Pen & Paper Rollenspiel die bessere Gangart.

00:16:04: Um mal vielleicht kurz vom Inhaltlichen wegzukommen.

00:16:07: Lieber Florian, was mich jetzt interessieren würde?

00:16:10: Was ist eigentlich dein persönlicher Bezug zu dem ganzen Themenfeld Gaming?

00:16:16: Oh je!

00:16:17: Das ist ein weiteres Feld.

00:16:21: Also ich bin ja eine andere Generation als ihr.

00:16:24: Ich bin ein klassisches Kind der Neunziger.

00:16:27: Also er wurde in den Neunzigern quasi formative Jahre aufgewachsen und Nach dem klassischen Kinderspiel mit Lego, dann eigentlich auch relativ spiel.

00:16:38: zu den damals aufkeimenden oder sich weiterentwickelnden Punkt der Videospieler, also der PC Games gekommen und habe da viele verschiedene Iterationsstufen durchgemacht von dem alten C-IV, den ich für meinen Bruder geerbt habe.

00:16:52: Wo im Wesentlichen alles gespielt wurde was du auf irgendeiner Diskette gefunden hast.

00:16:57: Also da hat sich das Spiel noch nicht unterteilt.

00:16:59: Ich spiele jetzt nur Actionspiele, ich spiele es nur Strategie Spiele, sondern du hast halt gespielt etwas gerade davor Über die Stationen mit dem Super Nintendo und Game Boy hat mich relativ lange begleitet.

00:17:10: Seitdem habe ich auch immer eine Art von gaming-fähigen PC oder Laptop im Haus stehen, das ist nach wie vor ein großer und beliebter Zeitvertreib bei mir aber auch in meinem sozialen Umfeld sehr akzeptierter Zeitvertreib.

00:17:29: Was hab' ich da was mitgenommen?

00:17:31: Ähnlich wie du das vorher anklängen hast lassen, habe ich aus diesen Spielen sehr viel Englisch gelernt.

00:17:35: Die gab es damals auch noch nicht großartig in einer deutschen Lokalisierung oder so.

00:17:39: Es war keine andere Wahl.

00:17:40: Ich hoffe, dass jetzt im Englischen die Richtung weitergebracht hat.

00:17:43: Das ist eine andere Frage weil das Vokabular, das du dort lernst, ist ja doch ein sehr stark anderes als du im Engelschunterricht zu Tage fördern müsstest und der damit unter Mehrersproblemen, dass mich die Lehrer irgendwann nicht mehr verstanden haben wenn ich Begriffe verwende.

00:17:59: Was ist aber natürlich... sehr stark gemacht hat, dass es diese Community der Gamer damals noch im deutlich kleineren Rahmen gab.

00:18:06: Also wenn du das im Freundeskreis gemacht hast heute, wenn eine beliebige Gruppe von zwanzig bis dreißigjährigen geht dann werden da schon einige Leute spielen.

00:18:13: Damals war ja so eine sehr kleine Gruppe wo man sich quasi auch gefunden hat und sich connectet hat über dieses Thema Gaming weil es sonst eben noch nicht so großartig weit verbreitet war.

00:18:24: aber es begleitet mich schon ein ganzes Leben und wird mich auch weiterhin begleiten.

00:18:31: Wie glaubst du, hat diese Erfahrung und dieses Heranwachsen deine Tätigkeit als Lektor geformt?

00:18:40: Puh.

00:18:40: Das kann ich mir jetzt natürlich schön reden wie ich möchte.

00:18:43: also das hat natürlich Interessen gebildet.

00:18:46: auch durch das Studium dann später mit der Psychologie hat es mich da auch schon immer interessiert.

00:18:51: was sind genau die Mechanismen die Menschen beim Spielen halten?

00:18:56: beziehungsweise wie unterscheidet man denn Ein gelungenes, ein gutes Spiel von einem eher schlechten Spiel.

00:19:03: Wir vorher bei dem Thema Frustration waren und Bestrafung... ...ein richtig gutes Spiel das darauf aufbaut dass es frustrierend ist.

00:19:12: die sind wenn sie gut gemacht sind so gebaut.

00:19:14: dass die eigentliche Strafe für den Scheitern relativ gering ist bedeutet wenn ich jetzt einen Spieler wo ich scheitere und dann hänge ich aber erst mal eine Minute lang in dem Ladescreen bis ich wieder anfangen kann.

00:19:25: Das demotiviert sehr stark weil das ne ganz ganz harte Strafe is.

00:19:28: Ein Spiel, was das sehr kompetent umgesetzt hat ist ein älterer Titel, das war Super Meat Boy.

00:19:35: Also auch so ein Action-Plattformer wo Sterben einfach sehr stark dazugehört.

00:19:41: aber in einer Sekunde bin ich wieder am Anfang von dem Level und kann sofort den nächsten Run starten.

00:19:47: Das sind diese Kleinigkeiten im Game Design die ich super spannend finde.

00:19:53: Wie kannst du denn aus diesem OK Ich programmiere ein Spiel Mechaniken ableiten, die noch wirklich gut für die Menschen funktionieren.

00:20:01: Und das ist in den meisten Fällen ja nicht wissenschaftlich begleitet, sondern es ist sehr viel Bauchgefühl im Wesentlichen.

00:20:08: Im Game Design hat sich das mal durchgesetzt und das hat irgendwie gut funktioniert.

00:20:11: Worauf muss man denn da achten?

00:20:13: Und dass die eigentlich instinktiv schon psychologische Prozessermechnisse umgesetzt haben ohne es aber jetzt wirklich zu wissen, dass sie das genau tun.

00:20:22: Das so ein bisschen zu verbinden finde ich einen super spannenden Punkt Und sonst hat es generell auch in meiner Rolle als Lektor eben meinen Interessen ganz stark vorgeprägt.

00:20:32: Also ich mache nicht umsonst diese Vorlesung in dem Vertiefungsmodul, das wurde mir nicht aufgetragen.

00:20:38: da habe ich mich aktiv darum beworben weil vor einer Gruppe Menschen zu sitzen und ich darf mehrere Stunden lang schamlos über Spiele sprechen.

00:20:47: Das ist eine Situation die hat man sonst im echten Leben auch nicht so häufig und deswegen nutze ich das auch sehr gerne.

00:20:53: Aber ich beschäftige mich einfach mit dem Thema sehr stark, sei es die historische Entwicklung von Spielen.

00:20:58: Wer hat das alle stattgefunden?

00:21:00: Wie haben sich die Spielmechanismen entwickelt?

00:21:02: Warum sind gewisse Titel so populär bis hin zu den psychologischen Mechanismen?

00:21:07: Das ist ein Herzensthema!

00:21:11: Was mich interessieren würde... Vorhin schon das Thema alte angesprochen.

00:21:16: Keine Sorge, ich frag nicht wie alt du bist, keine Sorge!

00:21:19: Was mich... Ich habe

00:21:20: ja schon gedroppt, dass ich für monatlich geboren bin also kann man sich aufrechnen.

00:21:24: Zum Glück können wir als supertolle Marketingstudentinnen alle gut kopf rechnen Zwinke-Zwinker.

00:21:29: Meine Frage an dich.

00:21:34: Wie würdest du sagen wenn mir jetzt auf Schubland denken Stickmata schauen?

00:21:38: Wie hat sich Gaming verändert so von den Neunzelneunziger bis hin jetzt zu zwanzig, sechsundzwanzig?

00:21:47: Auf so viele Arten und Weisen.

00:21:48: Also es ist einfach mal deutlich verbreiteter.

00:21:51: wie gesagt zu einer Zeit in Anführungszeichen also in den neunzigern war Spielen oder gerade Videospiele war ein Ding der Jugend Heutzutage, also weiß ich wie es bei euren Eltern oder so ausschaut.

00:22:05: Aber es kann schon ganz gut sein dass die mitunter vielleicht auch einen Bezug zu Videospielen haben schon in einer anderen Form Oder das zumindest nicht mehr dieses fremde Komische ist.

00:22:14: was machten mein Kind da?

00:22:15: jetzt sieht sich das zurück vor den Computer und geht nicht mehr raus in den Wald spielen und so Dass das schon deutlich mehr einfach in der Gesellschaft angekommen ist.

00:22:24: Das mal das eine Und eben das ganze spiele Portfolio hat sich unglaublich diversifiziert.

00:22:30: Also ich kann mich jetzt ja wirklich sehr stark spezialisieren auf einen spezifischen Spiele-Typ, können es nur noch irgendwie Deckbilder spielen und bin da mit jeder Menge Spiele versorgt.

00:22:40: auch diese Art von Diversität gab's damals noch und auch diesen Zerfall was schon in eigene Communities und die Strategiespieler haben überhaupt nichts mehr zu tun mit den Actionspielern und so.

00:22:51: das war damals sicher noch nicht so.

00:22:54: Ja das finde ich sehr spannend weil ...deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen ziemlich.

00:22:59: Muss sagen, ich bin in den sieben und neunzig geboren also eher näher ein dreißiger als am zwanziger aber theoretisch noch Gensi er aufgewachsen mit dem mein ersten Desktop PC PS zwei PS drei Xbox drei sechzig.

00:23:15: Was ich aber historisch gemerkt habe vor eben diese Generation, vielleicht nicht so ganz Videospiele.

00:23:21: Aber Spiele generell Tabletop, Dungeons & Dragons wurde hier früher stark asoziert mit die Satanic Panic in Amerika das Dungeons and Dragons zum Satanismus rüberführen konnte bis hin dann zu einem Jahrzehnt später wo die ersten Rollenspiele Gaming-Rollenspiele Nur weil sie Romanzen hatten und ein bisschen nackte Haut gezeigt haben, dann auf einmal einen Prime-Spot bei Fox News hatten.

00:23:47: Das eine richtige Kontroverse war.

00:23:49: rüber zur Killerspieldebatte... Oh ja!

00:23:52: ...oh ja die Killerspiele-Debatte bis in jetzt wo ich das selber merke auch wenn ich mich bei meiner Bachelorarbeit mit dem Thema befasse.

00:24:01: Die Gamingindustrie ist enorm geworden.

00:24:04: Die ist ja gigantisch geworden.

00:24:05: Sie stellt die Filmenindustrie, die Musikindustrie Gemeinsam kombiniert in den Schatten.

00:24:12: Also einfach zu sehen, wie das Thema Gaming zu diesen... Das machen eher die nördigen Kinder einer Schule damals und nicht der Mainstream hin zu dieser riesen Mainstreamindustrie geworden ist.

00:24:25: Fassungslos finde ich wirklich fassungsloß.

00:24:27: super!

00:24:28: Und daran siehst du ja auch schon wie erwachsen dieses Medium mittlerweile auch geworden ist weil es sehr in Teilen wir sind denselben Weg durchgegangen wie die Musik Auch, und wie die Filme eben auch.

00:24:40: Auch beim Filmen gab es sehr viele Einwände mit was machten das?

00:24:43: Mit den Jugendlichen?

00:24:44: ist das nicht gefährlich?

00:24:45: und sonstige Dinge.

00:24:46: Und was nicht alles auf so etwas wie Heavy Metal Musik geschoben wurde.

00:24:50: Auch da gab's eine große Cetanic Manic gerade in den USA.

00:24:53: Da gab's eigene Kongress-Anhörungen dazu.

00:24:55: Es ist sehr spannend wenn man sich das mal anschaut was damals gesagt wurde über Metal Musik.

00:25:01: Und diesen Weg sind die Computerspiele eben auch gegangen.

00:25:04: also gerade die Killerspieldebatte fällt ja voll in die Neunziger Ja, die habe ich natürlich auch entsprechend mitbekommen als Konverment.

00:25:12: Dann haben wir es noch und das waren ernste Vorteile, mit denen man sich dann auch auseinandersetzen musste.

00:25:18: also musst du das begründen.

00:25:19: so du spielst das bist du jetzt potenziell gefährlich bist ein Gefährder muss man das speziell auf dich aufpassen.

00:25:25: Und dass ist ja ein Reflex der heutzutage kaum noch kommt aus den aus dem politischen Sphären zumindest.

00:25:33: Also ein Verbot von Killerspielen wurde jetzt schon länger nicht mehr diskutiert.

00:25:39: Und das liegt, glaube ich auch ganz gut daran, dass sich also einerseits die wissenschaftliche Widenz mal gezeigt – Das liegt nicht daran!

00:25:45: Also Menschen werden nicht dadurch zutättern weil sie das irgendwie in einem Computerspiel üben in Anführungszeichen sondern der Transfer bleibt auch da äußerst gering.

00:25:55: Aber dass es eben insofern auch schon gesellschaftlich normalisiert ist, das es jetzt nicht mehr dieses absurde Nischen-Hobby ist sondern wie du richtig sagst ein gigantischer Markt wo dreistellige Millionenbeträge in Spieleproduktionen gesteckt werden was ja der Filmindustrie auch teilweise nichts nachsteht.

00:26:12: Ja leider auch wenn das Thema so spannend ist haben wir nur begrenzt Zeitflussgespräch und aus diesem Grund lieber Zuhörerinnen und Zuhärern müssen wir drei uns schon verabschieden.

00:26:23: Lieber Florian, vielen Dank für deine Zeit.

00:26:25: Vielen Dank für all deinen Importen und all dein Wissen!

00:26:29: Ja auch ich bedanke mich sehr herzlich für deine zeit und diese Zeitreise beginnen vom Commodore bis ins Jahr zwanzigundzwanzig.

00:26:38: Ich glaube das ist sehr spannend da eben auch den Kontext der Entwicklung zu verstehen Und du warst ja da live dabei?

00:26:45: In Teilen zumindest ja so als nicht

00:26:49: vielleicht.

00:26:50: lieber Florian noch ein Schlussresum

00:26:53: sehr gerne.

00:26:54: Was glaubst du, wenn es eine Sache gibt die man von Gaming lernen kann?

00:27:00: Was ist das?

00:27:02: Eine Sache gibt dem was Gaming lernen können und was ist das also wofür Gaming auf jeden Fall gut taugt ist dass es eine Art von emotionalen regulativ ist.

00:27:14: also dieser Eskapismus den wir vorhin mal angesprochen haben.

00:27:18: Das ist ja auch etwas.

00:27:19: das machen wir nicht nur über Spiele Das machen wir auch, wenn wir Fernsehschauen oder wenn wir uns Sportveranstaltungen widmen.

00:27:26: Oder wenn wir Bücher lesen und so.

00:27:28: Es geht ja genau in diese Richtung unterbieten Spiele halt ein sehr schönes Feld dafür das auch sehr sehr interaktiv ist.

00:27:36: dann indem ich das Medium rezipiere.

00:27:39: Und dass es glaube ich einen Faktor der bei Gaming nach wie vor im Vordergrund stehen wird kann mich da doch ein bisschen flüchten aus der Realität und kann man ein bisschen abschalten.

00:27:49: natürlich darf dann nicht so weit gehen, dass sich gar nichts mehr anderes macht und sind wieder bei anderen Problematiken.

00:27:54: Aber das ist sowas wie ich auch Games nutze.

00:27:57: also wirklich sind die Wäder nur Lernen und auch nicht nur Flucht sondern sie sind zum Abschalten da ein kleiner Ausbruch aus dem Alltag eine neue Welt zu erleben.

00:28:09: Ganz ehrlich gesagt, die Abende, die ich mit meiner Frau zusammen auf der Couch sitze und ein Spiel spiele, da spüren wir beide mehr echte Verbindung als bei vielen anderen Random-Freizeitaktivitäten.

00:28:21: Die vielleicht einem vierzigjährigen Paar gesellschaftlich eher nahe gelegt werden würden.

00:28:26: aber das ist ein großer verbindender Faktor auch im gesamten Freundeskreis Und deswegen unbedingt einen Hobby was ich beibehalten möchte und es liegt nicht So sehr daran, ob du spielst oder nicht.

00:28:39: Sondern mehr wie du das für dich nutzt und was daraus

00:28:54: machst.".

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